Veranstaltungen

Im November 2025 erwartet Sie ein vielseitiges Programm voller spannender Veranstaltungen im Rahmen von „Mannheim liest ein Buch“.

Freuen Sie sich auf einen November voller Literatur, Austausch und gemeinsamer Lesefreude!
Keine Veranstaltung gefunden

Vergangene Termine

16 Dezember
18:00

Buchclub zu „Alles immer wegen damals“

13 Dezember
15:0018:00

Paula Irmschler: Alles immer wegen damals. Gemeinsames Gespräch über das Buch.

02 Dezember
18:00

„Mannheim liest ein Buch“ mit PhilFak Leseclub und Xanthippe Buchclub

02 Dezember
16:30

Meet & Read trifft Silent Reading

27 November
17:3019:00

Lesezirkel Herzogenried „MaLiBu-Spezial“

26 November
19:30

Gemeinsam lesen – Literatur erleben

26 November
18:0018:30

Buchsprechstunde im Feierabend

25 November
19:30

Abschlussveranstaltung: Mannheim liest ein Buch 2025

22 November
15:0018:00

Paula Irmschler: Alles immer wegen damals. Gemeinsames Gespräch über das Buch.

22 November
10:0013:00

Teil 2: Workshop kreatives Schreiben: Perspektivwechsel


20 November
15:0016:00

Gesprächsrunde zu Paula Irmschlers Roman „Alles immer wegen damals“

18 November
18:00

„Mannheim liest ein Buch“ mit PhilFak Leseclub und Xanthippe Buchclub

13 November
10:1511:45

Podiumsdiskussion im Rahmen der Vorlesung „Wohn(t)räume. Literatur des Wohnens vom Realismus bis zur Gegenwart“.

12 November
18:0020:00

Teil 1: Workshop kreatives Schreiben: Perspektivwechsel


10 November
19:00

Auftaktveranstaltung: Mannheim liest ein Buch 2025

05 November
18:00

„Als wir lasen“ meets „Mannheim liest ein Buch“

04 November
19:00

„Mannheim liest ein Buch“ mit PhilFak Leseclub und Xanthippe Buchclub

Keine Veranstaltung gefunden

Der Veranstaltungskalender wird regelmäßig aktualisiert und ergänzt. Bleiben Sie dran.

Veranstaltungen

Seit dem erfolgreichen Auftakt der Leseaktion „Mannheim liest ein Buch“ 2025 – mit einer Lesung und einem Gespräch mit der Autorin Paula Irmschler an der Universität Mannheim – bot der November ein vielfältiges Programm mit zahlreichen spannenden Veranstaltungen. Von Gesprächsrunden und Lesungen bis hin zu Podiumsdiskussionen und Workshops war für jede*n etwas dabei.

 

Wir bedanken uns bei allen beteiligten Institutionen, Kooperationspartnern und Förderern für das vielfältige Programm voller Literatur, Austausch und Lesefreude.

Veranstaltungsbericht zur Auftaktveranstaltung:

Familie heißt lügen – Paula Irmschler und „Alles immer wegen damals“ bei „Mannheim liest“

Wie wichtig ist das eigene Zuhause? Zum erfolgreichen Start von „Mannheim liest ein Buch“ spricht Paula Irmschler, die Autorin des diesjährigen Buchs, über Wohnraum, Rückzugsorte und die Bedeutung von Familie – oder dessen Abwesenheit.

 

Stühlerücken in der Aula des Mannheimer Schlosses: Aufgrund des großen Besucherandrangs beim Auftakt von „Mannheim liest ein Buch“ am 10. November müssen spontan weitere Stuhlreihen aufgebaut werden. Nachdem sich auch die letzten Besucher*innen auf ihren Plätzen eingefunden haben, kann die Veranstaltung beginnen. Autorin Paula Irmschler, deren Roman „Alles immer wegen damals“ bei der vierten Auflage von „MaliBu“ im Fokus steht, wirkt auf der Bühne erfrischend ehrlich und gelassen. Geleitet wird das Gespräch von Prof. Dr. Thomas Wortmann, Dekan der philosophischen Fakultät, und Dr. Sandra Beck, Akademische Rätin am Seminar für Deutsche Philologie.

 

Paula Irmschler ist Musikjournalistin und Satirikerin, sie hat unter anderem im Missy Magazine und Musikexpress Texte veröffentlicht und als Redakteurin bei der Titanic gearbeitet, außerdem ist sie als Autorin für das Magazin Royale von Jan Böhmermann tätig. Ihr Debütroman „Superbusen“ (2018) wurde von der Kritik hoch gelobt. 2024 erschien ihr zweiter Roman „Alles immer wegen damals“, verfasst in Zeiten der Coronapandemie, wie sie auf der Bühne verrät. Der Roman erzählt die Geschichte eines Mutter-Tochter-Gespanns, das seine Beziehung zueinander sowie zu den Personen seines Umfelds erkundet. Karlas Umzug von ihrem Geburtsort Leipzig in den Westen nach Köln ist Auslöser emotionaler Konflikte. Nach zwei Jahren ohne Kontakt lässt ein Geschenk von Karlas Geschwistern sie und ihre Mutter Gerda wieder aufeinandertreffen. In ihrem Roman erkundet Irmschler die subtilen sozialen Prägungen zwischen Ost- und Westdeutschland, die sich in den unterschiedlichen Lebensträumen und Erwartungen der beiden Protagonistinnen widerspiegeln.

 

Parallelen zu den Figuren

Zu Beginn liest Irmschler die Anfangsszene des Romans vor. Darin erinnert sich Karla unmittelbar nach dem Aufwachen an das Leben mit ihren Geschwistern und dem Familienhund, eine Szene, die die Autorin als anekdotisch bezeichnet: Ihre Schwester hatte Irmschler in ihrer Jugend einen ähnlichen Streich gespielt. Obwohl Irmschler, die selbst vom Osten nach Westdeutschland zog, im Laufe der Veranstaltung mehrfach betont, Distanz zu ihren Figuren wahren zu wollen, entsteht schnell der Eindruck, dass es doch gewisse Parallelen gibt. Ein Satz, der beinahe zum Titel des Buches geworden wäre, bleibt hängen: „Familie heißt lügen bis tief in die Nacht.“ Blutsverwandtschaft, so die Autorin, stelle sie persönlich „nicht so hoch“.

 

Das Gespräch dreht sich um Familie, Erwartungshaltungen und den Drang nach Verbundenheit. Irmschler erinnert an Familien-Gruppenchats, die während der Pandemie eine besonders große Rolle spielten. „Man hat sich’s nicht ausgesucht – trotzdem ist man in vielen Fällen in einer Familiengruppe, weil dieser Zwang herrscht“, sagt sie. Offen spricht sie zudem über ihre eigenen familiären Erlebnisse, die sich in „Alles immer wegen damals“ wiederfinden – etwa über regelmäßige Streitereien unter Geschwistern, deren Gründe sie heute kaum noch nachvollziehen kann.

 

Was ist überhaupt „normal“?

Ein weiteres zentrales Thema des Romans ist die Frage nach Wohnraum, den Traum von den eigenen vier Wänden, einem Rückzugsort, der Sicherheit bietet: Mutter Gerda wünscht sich ein eigenes Haus, gefüllt mit Familienmitgliedern. Für viele heutzutage unerfüllbar: In einer persönlichen Anekdote erzählt die Autorin von Freund*innen, die ihre Familienplanung aufgrund fehlenden Wohnraums pausieren müssen. Sie betont, wie eng Arbeit, Leben und Beziehungen mit der Wohnsituation verbunden sind. Irmschler selbst lebt in einer Dachgeschosswohnung, die einzigen Wohnungen in ihrer Wahlheimat Köln, „die bezahlbar sind und auch ab und zu mal frei werden, weil es Leute da nicht aushalten“.

 

Immer wieder kehrt das Gespräch zum Begriff des „Normalen“ zurück. Was macht eine normale Frau aus, wie sieht eine normale Familie aus – und lässt sich „normal“ überhaupt klar definieren? Protagonistin Karla träumt von einem bodenständigen Leben; sie wünscht sich eine eigene Familie und einen Wohnraum, der Schutz, Ruhe und Rückzug bietet. Auch Gerda sehnt sich nach einem festen Platz für ihre Familie. Im Gespräch bezeichnet Wortmann Gerdas Wunsch als „Familienhaus“ – ein Ort, an dem sich alle ihre Habseligkeiten befinden und ihre Familie zusammenkommen kann. Irmschler selbst hat Gerdas Ideal eines „Familienhauses“ nie kennengelernt. Sie sei so häufig umgezogen, dass für sie bisher weder ein vollgestellter Keller noch ein Dachboden voller Kisten jemals zur Realität wurden.

 

Nachdem das offizielle Gespräch auf der Bühne beendet ist, leert sich der Saal nur zögerlich. Viele Besucher*innen nutzen den Moment, um sich ihre Exemplare des Romans von der Autorin signieren zu lassen. Im Raum verteilt entstehen Unterhaltungen über die vorgelesenen Passagen, bevorstehende Programmpunkte des Lesefests „MaliBu“ und die Pläne für den verbleibenden Abend. Die gelungene Auftaktveranstaltung endet in individuellen Begegnungen und anregenden Gesprächen.

 

von Pia Richter